Erfolgsrezepte Pathosemester

Das vierte Semester – mit den Pflichtmodulen 9 und 10 – wird oft als das härteste Semester im Medizinstudium bezeichnet. Schon seit Jahren geben wir auf Infoveranstaltungen Tipps, hier auf herzlinks.at gibt es eine allgemeine Tipp-Liste und per Mail und auf Facebook beantworten wir viele Anfragen.

Da aber jede/r anders lernt und es so schwer ist, allgemein gültige Tipps zu geben haben wir die verschiedensten Erfolgsrezepte zusammengestellt – alles Strategien von KollegInnen die das „Pathosemester“ gut hinter sich gebracht haben.

Die eine oder andere Strategie passt sicher auch auf dich und deinen Lerntyp! :-)

Wir wünschen dir viel Erfolg im Pathosemester – und wenn irgendwelche Fragen offen sind, einfach mailen!!!

Erfolgsrezept 1:

In meinen Augen das allerwichtigste: Ruhig bleiben! Lass dich vom Trubel und den Horrorgeschichten nicht beeindrucken. Mit gezielter Vorbereitung kannst du ohne extremen Aufwand die zwei Module jeweils im ersten Antritt hinter dich bringen. Ein paar Sachen sollte man aber beachten:

1.) Lernstrategie umstellen! Für Short-Answer-Fragen muss man ganz anders lernen (aktiver) als für Multiple-Choice-Fragen. Sinnvoll ist insbesondere das Lernen in Lerngruppen und mit dem Niederschreiben des derzeitigen Wissens (dabei merkt man sich viel und das ist genau dasselbe, was man dann bei der Prüfung macht).

2.) Gezielt lernen! Die Stichwortlisten in der Pathologie, die Vorlesungsschwerpunkte und häufig gestellten Fragen der Pathophysiologie und die Folien der Pharmakologie geben hier sehr gute Hinweise.
Natürlich könnte man mit fast jedem Einzelthema in Patho und Pathophysio viele Tage verbringen – das bringt aber für die Prüfung nix! Wenn z.B. nur mehr neun Tage bis zur Prüfung sind, würde ich gezielt drei Tage Patho, drei Tage Pathophysio usw. lernen – das verhindert, dass man zu weit ins Detail geht und dann mit dem Stoff nicht fertig wird.

3.) Eine nette Zeit verbringen! Wer sich ab dem ersten Tag im Zimmer einsperrt und sich verrückt lernt, wird spätestens während PMX durchdrehen – das tut nicht gut! Hobbys wie sonst machen, auf ein bissi Sport und Bewegung nicht vergessen und auch soziale Sachen machen – dann lernt es sich auch viel leichter. :-)

4.) Cool bleiben! Nicht von der Prüfung abmelden! Im allgemeinen Druck passiert es häufig, dass sich Leute weniger Tage vor der Prüfung von der Prüfung abmelden, weil es sich nicht ausgeht, alles gut zu lernen – mach das nicht! Man wird nie alle Themen perfekt lernen können, man muss ja auch nicht überall die volle Punktzahl erreichen.

Es haben so viele Jahrgänge vorher das 4. Semester bestanden, dabei sollte es mit 3 Wochen lernen locker ausgehen – es ist also wirklich keine Zauberei!

Erfolgsrezept 2:

Den besten Tipp, um psychisch und physisch stabil aus dem Pathosemester zu kommen, habe ich bei einer Infoveranstaltung mit auf den Weg bekommen: KEINE Panik!!!!

Meiner Meinung nach ist das wichtigste im Pathosemester, die Nerven zu behalten. Ähnlich wie bei den Anatomie-Modulen drehen alle um einen herum durch. Man hört von KollegInnen, welche die Semesterferien zuvor schon durchgelernt haben und Schauergeschichten von wegen, man könne ein ganzes Semester nicht fort gehen und keinen Tag mal frei haben.

Das stimmt so definitiv nicht!

Natürlich habe ich viel Zeit investiert und versucht, von Beginn an mitzulernen. Meine Schwerpunkte setzte ich vor allem auf Pharma und Pathophysio. Das Lernen fiel mir hier viel leichter als in Patho und wie sich nach Pflichtmodul 9 herausstellte, bekam ich bei diesen Teilgebieten auch mehr Punkte. Für Pharma verwendete ich die Folien, meine Mitschrift und das ÖH-Skriptum (natürlich überarbeitet). Ich habe mir zusätzlich ein kleines „Rezeptbuch“ angelegt und dort noch mal die Medis niedergeschrieben. 😉 Für Pathophysio nutzte ich hauptsächlich den kleinen Silbernagl. Da ich immer ein bisschen eine Büchernärrin bin, habe ich in Patho den großen und kleinen Denk verwendet. Im Großen habe ich aber lediglich nachgeblättert, wenn ich es im Kleinen nicht verstanden habe.

Alles in allem war es zwar teilweise ziemlich mühsam, aber weit weniger schlimm als gedacht! Es ist wirklich schaffbar: Keine Panik!

Erfolgsrezept 3:

Eines vorweg, das sogenannte „Pathosemester“ ist, trotz gegensätzlicher Gerüchte, mit etwas Durchhaltevermögen problemlos schaffbar! Für mich war es anfangs eine Umstellung vom bisherigen „Multiple-Choice-Widererkennen-Lernen“ auf aktives Wiedergeben. Es hat sich aber schnell eingespielt und ich habe zu meiner Freude festgestellt, dass man, wenn man den Stoff gut kann auch bei den Prüfungen eine gute Note bekommt. (Von fragwürdigen MC-Detailfragen ohne jede Relevanz brauch ich euch ja nichts erzählen, solche gibt’s in dem Semester keine!). Das viel zitierte „Keine Panik“ kann ich nur unterstreichen, erfahrungsgemäß trifft es aber dann doch irgendwann jede_n. Ein bisschen Eustress kann ja bekanntlich nicht schaden versucht aber nicht zu sehr in den Distress zu kommen, der bringst nichts, außer vielleicht ein paar nette Magenulcera (siehe PM10). Ich hab mir für jedes Fach meine persönliche Strategie zurechtgelegt und war damit auch recht erfolgreich. Ich kann nur jedem die Vorlesungen ans Herz legen, die haben mir sehr geholfen und natürlich wie immer, aber im Pathosemester besonders wichtig: Von Anfang an mitlernen!

Pharmakologie:
Wird als Short-Answer abgeprüft, es kommen aber praktisch immer neue Fragen, also auf keinen Fall auf Altfragen verlassen! Die Folien enthalten alle prüfungsrelevanten Inhalte, ein Buch ist an sich nicht notwendig. Mit dem ÖH Skriptum könnte ich mich leider überhaupt nicht anfreunden. Ich hab mir also die Vorlesungsunterlagen zusammengeschrieben (Medikamentenlisten, Wirkmechanismen und Nebenwirkungen etc.) und farblich markiert. Hilfreich ist es auch die Medikamentennamen nach Endungen zu gruppieren, das spart viel Lernarbeit. Es war zwar viel Arbeit, ich habe es aber konsequent von Modulbeginn an durchgezogen und es hat sich für mich sicher ausgezahlt.

Pathophysiologie:
Die Vorlesungsunterlagen und der „Silbernagl“ decken den Stoff eigentlich ziemlich genau ab. Ich bin in die VO’s gegangen und habe mir Notizen gemacht bzw. teilweise aus dem Buch was ergänzt und das dann wiederholt. Die Short Essay Altfragen sind recht hilfreich um euch selbst zu testen bzw. an das System zu gewöhnen. Außerdem finden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch einige in der Prüfung wieder.

Pathologie:
Wird von den meisten als schwierigster Part eingestuft und auch bei der Prüfung, so heißt es, sind die Punkte am schwer verdientesten. Ich bin eigentlich ein bisschen zum Patho-Fan geworden und kann das so nicht bestätigen. Das wichtigste ist es sich nicht im Detail zu verlieren und Schwerpunkte zu setzten. Deshalb ist für mich der Vorlesungsbesuch in Pathologie das Wichtigste. Dort bekommt ihr den Stoff genau so präsentiert, wie ihr ihn die Lehrenden bei der Prüfung wiedergeben sollt. Wenn ihr euch zu den Vorlesungsunterlagen Notizen macht und das dann lernt seid ihr eigentlich schon gut dabei. Außerdem gibt es Stichwortlisten, an denen ihr euch super orientieren könnt. Die Altfragen sein wie im Pathophysio auch recht hilfreich und decken sich oft eins zu eins mit den Stichwortlisten. Ich habe mir auch den „großen“ und den „kleinen“ Denk gekauft. Das sind zwei super Bücher, im „großen“ verliert man sich aber schnell im Detail und dadurch auch den Überblick. Ich habe nach den Vorlesungen meine Unterlagen und den Großen denk parallel durchgearbeitet, das hat mir fürs Verständnis gut geholfen und teilweise habe ich meine Unterlagen ein bisschen ergänzt. (Die Lehrenden bringen die Vorlesung oft als Zusammenfassung dieses Buchs). Der kleine Denk ist dann gemeinsam mit den Vorlesungsunterlagen ideal zum wiederholen. Aber wie gesagt, Vorlesung gehen und das was die Lehrenden 3x betonen ihnen genauso hinschreiben und sie sind euch schon wohl gesonnen :-).

Erfolgsrezept 4:

Meine Lernstrategie war relativ einfallslos: Einfach so viel wie möglich lernen. Jeden Tag nach den Lehrveranstaltungen in die Bibliothek, um nicht sozial ganz zu vereinsamen, und lernen. Am meisten konzentriert habe ich mich immer auf die Prüfungsschwerpunkte, also in PMIX Pathophysio und in PMX auf Patho etc., habe aber schon geschaut, relativ ausgeglichen zu lernen und möglichst wenig Lücken zu haben. Wichtig war für mich auch hin und wieder einen Tag frei zu nehmen um den Kopf frei zu bekommen.

Pathologie habe ich sowohl aus dem “großen” Denk als auch aus dem Repetitorium gelernt, im großen Denk habe ich mir die Kapitel durchgelesen um den Stoff zu verstehen, aus dem kleinen Denk habe ich dann stupide auswendig gelernt. In Pathophysio habe ich den Taschenatlas und die Vorlesungspräsentationen und -mitschriften verwendet und in Pharma hauptsächlich den Crashkurs und die Präsentationen aus dem VMC.

Erfolgsrezept 5:

Ich habe versucht mit Pharma einen guten Grundstock für eine erfolgreiche Prüfung zu legen, da mir Short-Answer-Fragen einfach viel mehr liegen als Short-Essay. Gelernt habe ich hauptsächlich mit dem Crashkurs Pharmakologie und den Folien im VMC. Die ganzen Wirkstoffe habe ich auf Karteikarten geschrieben, was extrem hilfreich war. Wenn ich ein Thema mal wirklich nicht verstanden habe, habe ich im großen Aktories nachgeschaut – es hat völlig ausgereicht, dass es dieses Buch in der Bibliothek gibt. Natürlich waren auch die alten Fragen hilfreich.

Pathologie habe ich mit dem Repetitorium und meinen Vorlesungsmitschriften gelernt- ich fand es durchaus hilfreich viel und genau mitzuschreiben. Mit Kolleginnen und Kollegen habe ich oft verschiedene Themen durchbesprochen, was das Ganze sehr gut gefestigt hat.

Pathophysiologie habe ich mit dem dem Taschenatlas von Silbernagl und wiederum den Folien gelernt, das Buch einerseits ist leicht verständlich und nicht zu umfangreich, in den Folien andererseits waren oft sehr hilfreiche Skizzen, die ich auch bei der Prüfungen nutzen konnte.

In Pathophysio war es vergleichsweise am leichtesten Punkte zu bekommen- also gut lernen und verstehen!!

Bei den Short-Essay Gebieten habe ich mir nie alte Fragen angesehen; irgendwie muss man ja sowieso “alles” lernen.

Erfolgsrezept 6:

Mit Abstand das schwierigste Semester in den ersten 4 Semestern. Ich habe ebenfalls versucht soviel wie möglich an Wissen zu gewinnen und vor allem, so dass ich diese während der Prüfung auf Papier bringen kann.

Dazu habe ich in Patho zu einigen Krankheiten (habe mir die wichtigsten aus der Stichwortliste rausgesucht) auf ein DIN A4 Blatt die wichtigsten Infos und Schlüsselwörter strukturiert aufgeschrieben (aus dem kleinen Denk). Letztendlich zählt das was auf Papier kommt und ich habe immer gut punkten können mit Patho.

Pathophysio: versuchen die Vorgänge zu verstehen, und logisch in Stichpunkten aufzuzählen, wenn noch eine Skizze dazu kommt, perfekt! Bei PMIX habe ich auch einige Folien aus der VO angeschaut und auswendig gelernt.

Pharma: klingt einfallslos, aber auswendig lernen. Karteikarten haben mir dabei geholfen! Wichtig sind auch die Folien aus den VO, es werden gerne Detailfragen gestellt, die dann später in den VO-Präsentationen zu finden sind.

Erfolgsrezept 7:

Vom Aufwand her das vermutlich anstrengste, aber zugleich das lohnenste Semester: man lernt zu verstehen, worauf die Krankheiten und Therapien fußen. Daher – so viel wie möglich lernen, aber nicht aus Zwang, sondern versuchen, Interesse zu wecken. Das erleichtert vieles.

Patho: Vorlesungsmitschrift + kleiner Denk zu den Themen der Stichwortliste ausarbeiten, auswendig strebern. Großen Denk ausborgen (kopieren und für KollegInnen wieder zurückbringen, gibt nur wenige Exemplare) und nachlesen. Unbedingt auf die Stichwortliste achten und darauf, dass diese eingehalten wird von den Votragenden, sonst bitte bei der Studierendenvertretung melden.

Pathophysio: Vorlesung und Silbernagel, unbedingt Zeichnungen anfertigen, viel vom Stoff ist sehr logisch. Altfragen ausarbeiten und lernen, sie decken den Stoff gut ab. Ich fand PP am leichtesten zu verstehen und am wenigstens zum Auswendig lernen.

Pharma: ÖH-Skriptum in die VO nehmen und ergänzen, durchdenken, Altfragen lernen, beten. Im Notfall Wirkstoffe in Lieder verpacken und singen.

Erfolgsrezept 8:

Ich habe mich im vierten Semester vor allem auf Pathophysio und Patho konzentriert. Die Short-Essay Fragen in Pharma waren oft so detailliert, dass ich lieber meine (knappe) Zeit in die beiden anderen Fächer investierte.

In Pathophysio habe ich vor allem aus den Vorlesungen und dem “kleinen” Silbernagl gelernt. Bei den Fragen habe ich möglichst viel hingeschrieben und mein Verständnis für die Zusammenhänge auch teilweise mit einer kleinen Skizze (Regelkreise etc.) gezeigt – so habe ich meistens recht viele Punkte bekommen. In Patho versuchte ich insgesamt auf ca. 50% der Punkte zu kommen und lernte fast nur aus dem Repetitorium Pathologie. In Pharma wiederholte ich die Vorlesungen. Meine erste Strategie: “Durchbeissen und das ganze Semester voll durchlernen” scheiterte an M12. Während sich M10 recht gut und M11 sehr knapp ausging, war es bei M12 nicht mehr möglich – auch dank des großen Pharma-Anteils (meine Schwäche…). Nach drei negativen Versuchen (“normaler” Termin, Septembertermin, erster Termin im WS) war ich überzeugt den Stoff zu können aber am Fragen-System zu scheitern. Also beantragte ich eine mündlich-kommissionelle Prüfung, die der Studienrektor auch genehmigte. Ich organisierte die Prüfer/innen und bereitete mich ausführlich vor – die Prüfung absolvierte ich dann im Februar. Um keine Zeit im Studium zu verlieren, machte ich in den Slots zwischen September und Februar SSMs. Die Prüfung lief gut – und ich konnte mit März wieder “normal” weiterstudieren.

 

 

 

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